Unerwarteter Sieg in emotional anstrengendem Spiel

10. Spieltag – Bezirksklasse Staffel 2

Blau-Weiß Gersdorf 1 – SG Vielau 02 2    9:7

Nachdem wir mit dem Tod unserer Sportkamerads

Jürgen Seifert

unter der Woche völlig unerwartet ein wichtiges Mitglied unserer Abteilung Tischtennis im Alter von nur 57 Jahren verloren haben, war es für alle natürlich ein extrem schwieriges Spiel. Der Verlust, die Umstände und die Gedanken an seine Familie lassen eine Konzentration auf das Spiel zum Kraftakt werden. Aber natürlich lässt einem das Geschehen irgendwie auch Flügel wachsen, da man ihm zu Ehren doch etwas besonderes erreichen möchte. Und so starteten wir zwar als Außenseiter in die Partie, aber jeder weiß auch, dass in unserer Heimspielstätte immer alles möglich ist.

Die Doppelspiele gingen wieder einmal mit 2:1 Punkten aus – obwohl sogar noch etwas mehr drin lag. Marcus und Jens hatten Hoffmann/Bachmann recht gut im Griff, verdaddelten nur einen Satz und siegten mit 3:1. Auch Jörg und Mirko siegten mit 3:1 Durchgängen, hatten aber dabei deutlich mehr zu kämpfen. Am Ende zählen aber nur die Sätze und wenn man drei hat, dann hat man eben auch gewonnen. Marcel und Patrick lagen schon mit 2:1 in Führung, brachten aber diese letztlich nicht ins Ziel. Mit 6:11 und 8:11 gingen die abschließenden beiden Sätze an das vom Papier her sehr starke Doppel 3 der Gäste Golbubski T./Görler. Aber 2:1, da kann, darf und sollte man zufrieden sein – zumal wenn der Tabellenführer zu Gast ist.

In Runde 1 der Einzelspiele gelang uns ein Start nach Maß. Im vorderen Paarkreuz – in dem heute Marcel zum ersten mal antreten durfte – gelangen uns beide Punkte. Vor allem Marcel, der gegen einen der Spitzenspieler der Liga ein bärenstarkes Spiel machte. Nach verlorenem ersten Satz hatte er den Bogen raus und ließ W. Golubski keine Chance mehr. Ebenfalls wenig Probleme hatte Mirko gegen den erstmals ins vordere Kreuz aufgerückten Bachmann. Lediglich eine Schwächephase in der Konzentration kostete einen Satz. Mit 3:1 aber auch alles okay. Danach trat Jens an die Platte; und der hatte heute einen wirklichen Sahnetag erwischt. Er ließ seinem Gegenüber beim 3:1 keine echte Chance und baute damit auf 5:1 aus. Sein Sohnemann Marcus machte gegen Görler ein toll anzuschauendes Spiel. Dass am Ende der Vielauer das bessere Ende für sich hatte war einfach ein bisschen glücklich, wenngleich auch nicht gänzlich unverdient. Starke Partie beider! Das galt auch für die folgende, in der es Jörg mit Rosenberger zu tun hatte. Dabei hatte Jörg wirklich alles im Griff und fertigte seinen Kontrahenten klar mit 3:0 ab. Bei einem 6:2 fiel es da erstmal kaum ins Gewicht, dass es Patrick heute nervlich nicht so recht auf die Reihe bekam. Beim 0:3 gegen einen starken Hoffmann konnte er seine Stärken nicht wie gewohnt umsetzen und hatte keine Siegchance. Aber 6:3 – hey? Das ist aller Ehren wert. Nun noch so eine Runde und zwei Punkte mitnehmen.

Ganz so leicht ist es aber nun einmal nicht – die anderen wollen ja auch gewinnen. Gab es im vorderen Kreuz vorhin noch zwei Punkte für uns, lief jetzt nix mehr. Marcel unterlag gegen den vom Papier her deutlich niedriger einzuschätzenden Bachmann mit 1:3 und Mirko hatte – wie so häufig gegen Golubski – kein Erfolg verprechendes Rezept gegen ihn und ging 0:3 unter. Zwei Punkte und schon stehts nur noch 6:5 für uns und es ist wieder Feuer im Spiel. Zum Glück kamen jetzt unsere beiden Bröers im mittleren Kreuz. Jens zog Andreas Görler schnell den Zahn und hatte dann beim klaren 3:0 kaum noch Schwierigkeiten, spielte aber auch ausgesprochen gut. Und Marcus, der gab heute das (positiv gemeinte) „Kampf-Schwein“. Gegen T. Golubski wogte das Spiel hin und her, beide schenkten sich nichts und auch größere Führungen in den Sätzen gaben beide immer wieder her. Im entscheidenden Durchgang lag Marcus schon weit vorn und musste dann doch noch zittern. Zum Glück konnte er dann doch noch seinen sechsten Matchball zum 3:2-Sieg verwandeln. Damit waren wir wieder mit 8:5 in Front und hatten schon mal einen Punkt im Sack. Nun bäumten sich die Gäste noch einmal auf und machten in beiden Spielen „hinten“ kurzen Prozess: Zwei mal 0:3, zwei mal im Grundsatz chancenlos. Mit dem 8:7 ging es ins Abschlussdoppel und zu verlieren hatten wir dabei aber nicht allzu viel.

Jens und Marcus traten dabei gegen W. Golubski mit Rosenberger an. Schon nach zwei Sätzen war klar, dass es auf den fünften Satz heraus laufen würde. Zu klar die Satzergebnisse in den jeweiligen Konstellationen. Wir hatten dabei das Glück, dass unsere Vorteilskonstellation in der zweiten Hälfte des Entscheidungssatzes zum tragen kommen würde. Dennoch ging es dann darum, zu Beginn nicht den Anschluss zu verlieren. Als es beim Wechsel bereits 5:4 für unsere beiden stand, hieß es „nur“ noch die Nerven zu behalten, was beiden hervorragend gelang und den Satz am Ende mit 11:5 klar gewinnen konnten. Mit diesem Punkt stand es 9:7 und die beiden Punkte blieben wieder einmal in Gersdorf.

Fazit: Was für ein Spiel, was für ein Ergebnis. Vielen Dank an alle, die heute gespielt haben und auch an die, die uns neben den Platten mental unterstützt haben. Das war ein Erfolg des Kollektivs und die gemeinsame Leistung ist zum Glück belohnt worden. Jürgen, das war heute für dich!

Unsere Spieler in der Übersicht: Mirko (1,5 Punkte), Marcel (1), Jens (3), Marcus (2), Jörg (1,5), Patrick (0)

(mr)